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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Rhader Wiesen <LP> (BOR-066)

Objektbezeichnung:

NSG Rhader Wiesen <LP>

Kennung:

BOR-066

Ort: Raesfeld
Kreis: Borken
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 2,71 ha
Offizielle Fläche: 2,70 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1993
Inkraft: 2011
Außerkraft: 9999
Schutzziel: a) Erhaltung, Förderung und Entwicklung einer großräumigen Feuchtwiesenlandschaft und einer
naturnahen Gewässerauenlandschaft als Rückgrat eines Biotopverbundsystems von landes-
und europaweiter Bedeutung;

b) Erhaltung, Förderung und Selbstentwicklung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten
bestimmter, zum Teil stark gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter wildlebender Pflanzen
und Tierarten, insbesondere von
- Wat-, Sumpf und Wasservögeln, Wiesen und Weidevögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen,
Wasserorganismen, Libellen, Wasserorganismen und Fischen;
- seltenen, zum Teil stark gefährdeten Pflanzengesellschaften und Pflanzenarten der Gewässer,
der Röhrichte, Großseggenrieder und Hochstaudenfluren, des Feucht- und Nassgrünlandes
mit Flutrasen und Quellhorizonten, der Magerweiden und -wiesen;

c) Erhaltung und Wiederherstellung einer naturnahen und durchgängigen Bachauenlandschaft mit
Mindestwasserführung und entsprechender Morphologie sowie Fließgewässerdynamik einschließlich
natürlicher Steil- und Flachufer,Uferabbrüchen, Auskolkungen und offenen Sand-/ Schlick- und Substr-
atablagerungen, insbesondere durch Selbstentwicklung und Entfesselung des Gewässers;

d) naturwissenschaftliche, naturgeschichtliche, landeskundliche und erdgeschichtliche Gründe und
wegen der biogeographischen Bedeutung des Gebietes;

e) Seltenheit, besondere Eigenart, und hervorragende Schönheit des Gebietes;

f) Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer Veränderung in der Feuchtwiesen und zum
Schutz des Fließgewässer-Ökosystems;

g) Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebens-
räume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Artikel
4 Abs. 4 i. V. m. Artikel 2 der FFH-Richtlinie.
Hierbei handelt es sich insbesondere um folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß
Anhang II der FFH-Richtlinie als maßgebliche Bestandteile des Gebietes i. S. des § 48 d Abs. 4 LG:
- Groppe (Cottus gobio)
- Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
- Bachneunauge (Lampetra planeri)

h) Das Gebiet hat darüber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 insbesondere Bedeutung für folgenden
Lebensraum von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang I der FFH-Richtlinie:
- Fließgewässer mit Unterwasservegetation (3260)
sowie für die folgende Art von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II der FFHRichtlinie:
- Steinbeißer (Cobites taenia).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4207-0035
  • BK-4207-0146
  • BK-4207-0156
Kennung:

BK-4207-0035

Objektbezeichnung:

NSG Rhader Wiesen

Link zur Karte: BK-4207-0035
Objektbeschreibung: Die Rhader Wiesen liegen südlich der Ortschaft Rhade in einer Niederung, die von den Bächen Rhader Bach, Schafbach und Rhader Mühlenbach durchflossen wird. Sie stellen sich als ein zusammenhängender Grünlandkomplex dar, der nur durch wenige Äcker unterbrochen wird. Knapp die Hälfte der Grünlandflächen wird 2009 durch Vertragsnaturschutz oder Pachtverträge auf Flächen der öffentlichen Hand extensiv bewirtschaftet. Feuchtes und nasses Grünland ist auf wenige Flächen im mittleren Teil beschränkt. Innerhalb der Grünlandflächen sind zwischen 1992 und 2003 insgesamt neun Kleingewässer beziehungsweise temporär wasserführende Flachmulden (Blänken) neu angelegt worden. Je nach Standort und Intensität der Beweidung bieten diese die gesamte Bandbreite von strukturreichen Gewässern mit Röhrichtzonen und Unterwasservegetation bis hin zu reinen Schlammflächen. Die Bäche sind vertieft, begradigt und im Regelprofil ausgebaut, wobei die seitlichen Begrenzungen aktuell nicht mehr erneuert werden und in kleinen Teilbereichen seitliche Ufererosionen stattfinden. Rhader Bach und Rhader Mühlenbach sind aufgrund von zuströmendem Grundwasser permanent wasserführend und haben eine gute chemische Wasserqualität (separat beschrieben als Teilbereiche des FFH-Gebiets "Bachsystem des Wienbaches"), während der Schafbach sommerlich austrocknet. Gehölze sind im Gebiet nur wenige anzutreffen. Sie säumen als Baumreihen, Kopfbaumreihen und Hecken die Fließgewässer und Wege. Innerhalb zweier kleiner Feldgehölze liegen zwei weitere mehr oder weniger vegetationsfreie Kleingewässer. Eine kleine mit Schafen beweidete Obstweide im Süden des Gebietes stellt eine ansonsten in den Rhader Wiesen nicht zu findende Sonderstruktur dar. Als zusammenhängendes Grünlandgebiet innerhalb einer intensiv agrarisch genutzten Umgebung sind die Rhader Wiesen in erster Linie für Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel, Kiebitz, Wiesenpieper und Schafstelze von Bedeutung. Dabei sind aufgrund der gestörten Grundwasserverhältnisse und nur in geringem Umfang ausgebildeter Feuchtgrünlandflächen die Bedingungen für Wiesenbrüter nicht optimal. Die Rhader Wiesen sind von herausragender Bedeutung für den landesweiten Biotopverbund, sie liegen auf der Verbindungsachse zwischen den landesweit bedeutsamen Auengebieten am Niederrhein, der Lippeaue und der Heubachniederung. Das Hauptentwicklungsziel für die Rhader Wiesen ist der Erhalt und die Ausweitung der extensiven Grünlandnutzung. Zusätzlich sollte durch die naturnahe Entwicklung der Fließgewässer im Gebiet eine Senkung der Grundwasserflurabstände erreicht werden.
Kennung:

BK-4207-0156

Objektbezeichnung:

Naturschutzgebiet "Rhader Wiesen"

Link zur Karte: BK-4207-0156
Objektbeschreibung: Teilfläche des Naturschutzgebietes "Rhader Wiesen" an der Kreisgrenze zum Kreis Recklinghausen in der Gemeinde Raesfeld. Das Naturschutzgebiet besteht aus einem großen Grünlandkomplex und befindet sich größtenteils im Gebiet des Kreises Recklinghausen. Im Kreisgebiet Borken liegt an der östlichen Kreisgrenze in der Gemeinde Raesfeld nur ein 2,7 ha großes Teilgebiet, das als Fettweide genutzt wird. Bis Mitte der 80er Jahre haben im NSG noch drei Paare des Grossen Brachvogels gebrütet. Weitere gefährdete Vogelarten brüten hier. Das Naturschutzgebiet ist auch als Nahrungsraum für zahlreiche andere Vögel, als Überwinterungsgebiet für Gänse und als Rastgebiet für Durchzügler von Bedeutung. Dem NSG Rhader Wiesen kommt als großer zusammenhängender Grünlandkomplex eine besondere Funktion hinsichtlich der Schaffung einer biologischen Verbindungsachse zwischen den überregional bedeutsamen Schutzgebietssystemen Niederrhein-Auen und Heubachniederungen zu. Hauptentwicklungsziele sind der Erhalt und die Förderung von Lebensgemeinschaften des feuchten Grünlandes und hier insbesondere gefährdeter Wiesenvögel.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feldgehoelze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (0,80 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (1,00 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (163,60 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (9,06 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,69 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,80 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (9,06 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,39 ha)
Biotoptypen:
  • Feldgehoelz <BA0> (0,12 ha)
  • Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (0,80 ha)
  • Hecke <BD0> (1,00 ha)
  • Baumreihe <BF1> (1,10 ha)
  • Fettweide <EB0> (163,60 ha)
  • Fettweide, Neueinsaat <EB1> (11,30 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (3,50 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,30 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,80 ha)
  • Acker <HA0> (7,10 ha)
  • Ackerbrache <HB0> (2,40 ha)
  • Nass- und Feuchtgruenland <yEC0> (6,74 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (0,08 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <yEC2> (2,09 ha)
  • Flutrasen <yEC5> (0,14 ha)
  • Blaenke <yFD2> (0,39 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Breit-Wegerich (Plantago major)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Druesiges Weidenroeschen (Epilobium ciliatum)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis)
  • Feld-Hainsimse Sa. (Luzula campestris agg.)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gelb-Segge Sa. (Carex flava agg.)
  • Gemeine Sumpfsimse Sa. (Eleocharis palustris agg.)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Froschloeffel Sa. (Alisma plantago-aquatica agg.)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Hornkraut (Cerastium holosteoides)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Goldhafer Sa. (Trisetum flavescens agg.)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kamm-Quecke (Agropyron cristatum)
  • Kleinbluetiges Weidenroeschen (Epilobium parviflorum)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus (subsp. crispus))
  • Kriechende Quecke (Elymus repens)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Nuttalls Wasserpest (Elodea nuttallii)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schild-Wasserhahnenfuss (Ranunculus peltatus)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlank-Segge (Carex acuta)
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Segge-Bastard (Carex x elytroides (C. acuta x nigra))
  • Silber-Fingerkraut Sa. (Potentilla argentea agg.)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum (subsp. uliginosum))
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vogelmiere Sa. (Stellaria media agg.)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weiche Trespe Sa. (Bromus hordeaceus agg.)
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weiden-Bastard (Salix x multinervis (S. aurita x cinerea))
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Weisses Straussgras Sa. (Agrostis stolonifera agg.)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Lieschgras Sa. (Phleum pratense agg.)
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Rispengras Sa. (Poa pratensis agg.)
  • Wiesen-Schaumkraut Sa. (Cardamine pratensis agg.)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Förderung von Lebensgemeinschaften des feuchten Grünlandes, insbesondere gefährdeter WiesenvögelErhalt und die Förderung von Lebensgemeinschaften des feuchten Grünlandes und hier insbesondere gefährdeter Wiesenvögel.
Gefährdungen:
  • Biozideinsatz
  • Drainage
  • Drainage (LW)
  • Duengung
  • Gewaesserausbau, Gewaessergestaltung, naturfern (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, zu intensive Duengung (LW)
  • Grundwasserabsenkung
  • Guelleduengung (LW)
  • Nachsaat (LW)
  • Pflegeumbruch (LW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
Maßnahmen:
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • keine Biozidanwendung
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • Pflege von Hecken
  • Wiedervernaessung
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