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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Sperber  (Accipiter nisus (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A086

Rote Liste 1999 NRW: *N
Rote Liste 2010 NRW: *
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): G

Sperber (Accipiter nisus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Der Sperber wirkt wie ein kleiner Habicht. Die Geschlechter unterscheiden sich erheblich in der Körpergröße. Das bis zu 38 cm große Weibchen ist deutlich größer als das Männchen und erreicht etwa die Größe eines Turmfalken. Sperberweibchen haben im Vergleich zu den ähnlichen Habichtmännchen relativ lange Flügel, das Flugbild ist deutlich leichter und schneller als beim Habicht. Der Schwanz ist beim Sperber oft nicht gefächert, sondern lang und gerade. In allen Kleidern ist die weiße Unterseite quer gebändert. Das Männchen ist oberseits blau- bis schiefergrau, unterseits roströtlich, das Weibchen ist oberseits eher bräunlich bis schiefergrau gefärbt. Die Stimme ist vor allem bei Störungen am Nest als ein hohes „gi-gi-gi“ zu hören. Die Nahrung besteht zu 90 % aus Singvögeln (vor allem Sperlinge, Finken, Drosseln). In Nordrhein-Westfalen kommt der Sperber ganzjährig als mittelhäufiger Stand- und Strichvogel vor, hierzu gesellen sich ab Oktober Wintergäste aus nordöstlichen Populationen.

Sperber leben in abwechslungsreichen, gehölzreichen Kulturlandschaften mit einem ausreichenden Nahrungsangebot an Kleinvögeln. Bevorzugt werden halboffene Parklandschaften mit kleinen Waldinseln, Feldgehölzen und Gebüschen. Reine Laubwälder werden kaum besiedelt. Im Siedlungsbereich kommt er auch in mit Fichten bestandenen Parkanlagen und Friedhöfen vor. Insgesamt kann ein Brutpaar ein Jagdgebiet von 4-7 km² beanspruchen. Die Brutplätze befinden sich meist in Nadelbaumbeständen (v.a. in dichten Fichtenparzellen) mit ausreichender Deckung und freier Anflugmöglichkeit, wo das Nest in 4-18 m Höhe angelegt wird. Die Eiablage beginnt ab Ende April, bis Juli sind alle Jungen flügge. Der Sperber kommt in Nordrhein-Westfalen in allen Naturräumen nahezu flächendeckend vor. Seit den 1970er Jahren haben sich die Bestände nach Einstellung der Bejagung und der Verringerung des Pestizideinsatzes (Verbot von DDT) wieder erholt. Der Gesamtbestand wird auf etwa 2.000 Brutpaare geschätzt (2006/ÖFS).